Archive for März, 2010
31
Mrz

Das Original entstand im Jahre 100 vor unserer Zeitrechnung, wurde erst 1820 von einem Bauern durch Zufall ausgegraben, steht heute im weltberühmten Pariser Louvre und gilt als das Sinnbild der Weiblichkeit schlechthin. Die Nachbildung wurde im Winter 2010 im amerikanischen Bundesstaat New Jersey gebaut und sorgte für einen kleinen Skandal – gemeint ist die Venus von Milo.

Die Skulptur aus Marmor ohne Arme gilt als das perfekteste Kunstwerk der griechischen Antike und Millionen von Menschen haben die halbnackte Venus bereits bewundert. Als eine Familie die Venus von Milo jetzt als eine Art Schneemann nachgebaut hat, riefen die empörten Nachbarn die Polizei. Die Moralvorstellungen der Amerikaner sind in den Augen der meisten Europäer eher lächerlich. Wenn man Meldungen wie die der nackten Venus im Garten einer amerikanischen Durchschnittsfamilie liest, dann versteht man dass die Amerikaner manchmal anders ticken. In mühsamer Kleinarbeit hatte die Familie in Jersey ihre Venus aus Schnee gebaut und das ist ihnen offensichtlich so gut gelungen dass Leute sie sogar fotografiert haben. Andere waren so begeistert, dass sie an der Haustür geklingelt haben um die Schneebildhauer zu beglückwünschen. Nur einem Nachbarn hat das nicht so gut gefallen, denn er sah in der halbnackten Schönheit eine sittliche Gefährdung und rief die Polizei. Die kam auch sehr schnell und beschloss: entweder die Venus verschwindet oder sie wird verhüllt. Jetzt müssen die stolzen Besitzer eine Decke über ihr Kunstwerk legen. Man muss sich nur mal vorstellen wie es im Louvre aussehen würde, wenn die Venus von Milo verhüllt wäre…
Der sittenstrenge Nachbar hätte im Grunde nichts unternehmen müssen, denn im Frühling wäre das „nackte“ Problem von ganz allein zerschmolzen.

31
Mrz

Was passiert wenn ein kleiner Ort in Österreich mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen und eine deutsche Brauerei aufeinander treffen? Eigentlich sollte man meinen dass das Resultat vielleicht gutes Bier ist, aber in diesem Fall gibt es nur Verwirrungen.

Da gibt es in Oberösterreich ein Dorf, was den schönen Namen Fucking trägt. Man könnte den Namen der gerade mal 50 Seelen Gemeinde natürlich so aussprechen wie er geschrieben wird, aber das werden nur die Menschen machen, die der englischen Sprache im Allgemeinen und den Modewörtern im Besonderen nicht mächtig sind. Da dieser Ort den seltsamen Namen nun einmal hat, versuchen die Bewohner das Beste daraus zu machen und das heißt in diesem Fall: sie machen für ihr Nest Reklame. Besonders Engländer finden den Ortsnamen sehr spaßig und reisen extra nach Oberösterreich, um sich dort am Orteingangsschild fotografieren zu lassen. Das brachte eine deutsche Brauerei auf eine Idee.

Warum nicht gutes deutsches Bier in Österreich brauen und unter dem klingenden Namen „Fucking hell“ verkaufen? Die deutschen Brauer wollten ihre Idee sofort unter Dach und Fach bringen und den Markennamen beim Patentamt München anmelden. Leider verstehen die Beamten dort wenig Spaß und verweigerten ihre Zustimmung. Der Grund lautete: Jugendschutz. Das Patentamt sieht in der Bezeichnung „Fucking hell“ einen Verstoß gegen den Schutz der Jugend. Auch wenn die Brauer mit Argumenten wie: Fucking sei schließlich der Ortsname und hell eine Bezeichnung für obergäriges Bier, versucht haben den Beamten das neue Bier schmackhaft zu machen, blieben diese (bislang) eisern.

Auch der Bürgermeister der kleinen Gemeinde sieht turbulente Zeiten auf sein Dorf zukommen. Wenn die Briten von der Insel erst einmal wissen, dass es in Fucking auch Bier gibt, dann werden sie sich wohl kaum noch mit dem Fotografieren des Ortsschildes zufriedengeben.

24
Mrz

Was ein Speed Dating ist das wissen wahrscheinlich die meisten Menschen, aber was ist ein Speed Hating?

Zunächst mal: Es ist kein Schreibfehler, denn die „Hass-Verabredung“ gibt es wirklich. Erfunden wurde sie von einem frustrierten Mann aus London, der auf der Suche nach der Frau fürs Leben sich in den verschiedenen Datings probierte und einen Flop nach dem anderen landete. Er war wütend und macht aus dieser Wut eine tolle Geschäftsidee.

Wie muss man sich ein „Speed Hating“ vorstellen? Im Grunde verläuft ein „Speed Hating“ ähnlich wie ein normales Speed Dating. Mehrere Menschen treffen sich in trauter Runde und haben dann ein paar Minuten Zeit die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Das geht immer reihum und am Ende hat jeder einmal mit jedem geplaudert und versucht so viele Informationen wie möglich, aus seinem Gegenüber heraus zu locken. Das ist bei einem „Speed Hating“ nicht anderes, mit dem Unterschied dass die Damen und Herren keine Nettigkeiten austauschen, sondern sich nach Kräften beschimpfen.

Dabei geht es aber nicht darum, den anderen zu beleidigen, es geht vielmehr um die Tatsache, sich einmal den ganzen Frust von der Seele zu reden. Man kann zum Beispiel über das Unvermögen der Regierung schimpfen oder sich auch einfach nur über einen Streit an der Supermarktkasse auslassen. Die Hauptsache ist, dass man ihr oder ihm mal kräftig die Meinung sagt. Am Ende des ungewöhnlichen Datings wird ein Siegerpärchen gekrönt und darf den ersten Preis, ein Sandwich mit Pommes Frites zusammen am heimeligen Kaminfeuer verzehren. Ob es in Deutschland bereits Veranstalter von Speed-Hating Partys gibt, ist nicht bekannt.

24
Mrz

Wenn man in früheren Zeiten einen tätowierten Menschen traf, dann wusste man, aha der kommt aus dem Knast oder ist zur See gefahren. Das sieht man heute etwas anders, denn wer sich bunte Bildchen unter die Haut stechen lässt, der hat ein ganz besonderes Körperbewusstsein. Tattoos kommen langsam aber sicher aus der Schmuddelecke ans Licht und wer was auf sich hält, der lässt sich tätowieren.

Das Wort „Tatao“ kommt aus dem polynesischen und bedeutet schlicht und einfach „sich die Haut färben“. Wenn die Männer aus Tahiti früher in den Krieg zogen, dann wurden ihre Körper tätowiert, um den Feind abzuschrecken. Daran hat sich bis heute nicht sehr viel geändert, denn manche Tätowierungen sind zum Davonlaufen. Man erinnere sich an die Zeit, als sehr viele Frauen mit einem so genannten „Arschgeweih“, also einer Tätowierung knapp oberhalb des Steißbeins durch die Gegend liefen. Heute legen Tattoos Fans wert auf eine edle, geschmackvolle Tätowierung, wie sie zum Beispiel die japanischen Gangster tragen. Die Kunst am Körper darf dabei auch gerne mal ein bisschen teurer sein, wobei gute Tätowierer heute mittlerweile ein Vermögen verdienen und wie berühmte Designer hofiert werden.

Manche machen grobe Fehler, wenn es um ein Tattoo geht. So hat sich der Schauspieler Johnny Depp einst „Winona forever“ in den Arm stechen lassen. Als er dann seine Kollegin Winona Ryder verlassen hat, war guter Rat teuer. Mister Depp hatte allerdings einen guten Tattoo Künstler, denn aus dem „Winona“ wurde „Wino“ und Depp outete sich damit als leidenschaftlicher Weintrinker.

24
Mrz

Wer den Film „The Big Lebowski“ kennt, der kennt auch die Beerdigungsszene in der die Asche des Verstorbenen in einer Kaffeedose aufbewahrt wird. Sterben ist bekanntlich ein teures Vergnügen, aber eine Kaffeedose muss es ja auch nicht gerade sein. Trotzdem, so mancher möchte für seine letzte Reise vielleicht gerne etwas anderes als eine eher langweilige Urne, wie sie jeder Bestattungsunternehmer im Angebot hat. Alle die auf eine gewisse Eleganz Wert legen und ein außergewöhnliches Design auf dem allerletzten Weg zu schätzen wissen, die sollten sich mal die Urnen des Urnendesigners Frédéric Delley ansehen.

Der Schweizer ist 45 Jahre alt und macht sich so seine Gedanken zum Thema Sterben und ewige Ruhe. Und da er nun mal Designer ist, hatte er die grandiose Idee, Urnen zu entwerfen, die nicht der Norm entsprechen. Herausgekommen sind dabei formschöne Behältnisse, die eigentlich viel zu Schade sind, um sie zu vergraben.

Holz und Glas – das sind die bevorzugten Materialien des Frédéric Delley. Seine Urnen folgen geometrischen Formen. Es gibt Achtecke und Würfel, aber auch Kugeln. Das Ganze gibt es zum Beispiel in warmem Nussbaumholz oder auch in filigranem Glas. Besonders gelungen sind seine Urnen, die an Seifenblasen erinnern. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Farben und sie sollen nach Angaben des Künstlers das Leben selbst symbolisieren: Fragil und zerbrechlich und doch bunt schillernd und schön.

Ganz preiswert sind die Urnen allerdings nicht, aber wie heißt es doch so schön: Man gönnt sich ja sonst nichts.