Dass man nicht abschreiben darf, lernt man schon in der Schule. Logisch, wie sollen Lehrer Schüler bewerten, die keine eigenen Gedanken zu Papier bringen, sondern einfach die ihrer Nachbarn einfach abkupfern? Millionen von Schülern werden wahrscheinlich weinen, wenn sie lesen, dass man fürs Abschreiben nicht bestraft wird, im Gegenteil, man landet auch noch auf dem zweiten Platz einer Bestsellerliste.
Die diesjährige Leipziger Buchmesse hatte ihren Skandal. Eine erst 17 Jahre alte Autorin stellt sich hin und präsentiert ihr erstes Buch. Die Kritiker sind begeistert und loben die junge Dame in den Himmel. Das Buch wird ein Bestseller, bis plötzlich jemand auftaucht und behauptet die Texte seien von ihm und mit Nichten auf dem Mist der jungen Dame gewachsen. Solche sogenannten Plagiatsvorwürfe gibt es immer mal wieder und nicht immer sind sie gerechtfertigt, in diesem Fall aber stimmen sie. Die junge Autorin hat gleich seitenweise aus den Blogbeiträgen eines anderen Autors abgeschrieben und sich auch noch in einem Film bedient um die Seiten ihres Erstlingswerks zu füllen.
Jetzt stellen sich natürlich einige Fragen. Zum Beispiel die, warum die Autorin abgeschrieben hat? Ist ihr selbst nichts eingefallen oder war sie einfach zu faul sich selbst eine Geschichte auszudenken? Vielleicht war ihr bisheriges 17-Jähriges Leben auch zu langweilig und sie hätte das, was in ihrem Buch beschrieben hat, wirklich gerne selbst erlebt.
Wie dem auch sei, Karl May war schließlich auch nie in den USA und hat doch fesselnd darüber geschrieben. Aber vielleicht wäre seine Karriere auch anders verlaufen, wenn er Google gehabt hätte.

