Dass die Norweger keine Verächter alkoholischer Getränke sind, das hat sehr wahrscheinlich mit ihrer Abstammung zu tun. Schon die Wikinger tranken gerne mal ein Glas Met zu viel, aber sie gingen danach nicht zum Rasenmähen. Das tat jetzt aber ein Mann aus Ørsta an der Westküste des Landes und er wird es mit Sicherheit schwer bereut haben.
Natürlich steht das Mähen des heimischen Rasens in Norwegen nicht unter Strafe, nur wer sich betrunken auf den Rasentraktor setzt und dann durch die Gemeinde brettert, der muss mit Konsequenzen rechnen.
Alles hatte eigentlich harmlos angefangen. Der Mann aus der kleinen Stadt Ørsta hatte den Rasen vor dem Haus seiner Mutter gemäht und dabei öfter mal eine kleine Pause eingelegt, um ein Fläschchen Bier zu trinken. Nach dem Mähen (und dem Trinken), war er offensichtlich so motiviert und so in Schwung, dass mit seinem Rasenmäher zur nahegelegenen Schule fuhr, um dort auch direkt den Rasen kurz zu trimmen. Dagegen hätte wahrscheinlich auch niemand etwas einzuwenden gehabt, wenn er nicht bei einem Wendemanöver die gläserne Eingangstür der Schule zu Bruch gefahren hätte.
Als die Polizei ihn stellen wollte, fuhr er schon in aller Seelenruhe und mit 7 km/h wahrscheinlich schon zur nächsten Rasenfläche. Daraus wurde aber nichts, denn die Blutprobe ergab satte 2,3 Promille. Ein norwegisches Gericht verurteilte den Rasenmähermann jetzt zu einer Geldstrafe von 50.000 Kronen (6.400,- Euro), elf Monaten Führerscheinentzug, nicht nur für den Rasentraktor und zu 21 Tagen Haft. Die Haftstrafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt, weil der reuige Sünder nicht den Straßenverkehr behindert hat.

