16
Okt

Schon lange war das Bild in Besitz einer amerikanischen Familie, aber so richtig leiden mochte es keiner. Das 63,5 x 48,3 cm große Gemälde, was Jesus mit seiner Mutter Maria zeigt, wurde einfach nur „The Mike“ genannt, weil es seit Jahrzehnten in der Familie die Legende gab, dass Bild hätte angeblich Michelangelo gemalt. Auf die Kinder der Familie aus Buffalo im US-Bundesstaat New York machte das keinen großen Eindruck, denn sie schossen den „Ölschinken“ einfach mit einem Tennisball von der Wand. Und da das Bild eh keiner mochte, wurde es kurzerhand verpackt und hinter das Sofa gestellt.

Im Jahre 2003 kam der Familienvater beim Renovieren des Wohnzimmers auf die Idee, das hässliche Bild mal einem Kunstexperten zu zeigen und dem fielen fast die Augen aus dem Kopf. Seiner Ansicht nach handelte es sich bei dem kleinen Gemälde tatsächlich um einen echten Michelangelo. Um ganz sicher zu sein, wurde ein renommierter Kunsthistoriker aus Italien kontaktiert und dieser unterzog das Bild einer genauen Prüfung. Das Gemälde wurde jahrelang mit allen möglichen Verfahren untersucht und unter anderem auch geröntgt. Jetzt sind sich die Experten ganz sicher: Das ungeliebte Familienerbstück ist ein echter Michelangelo und wurde im Jahr 1545 gemalt. Die Kunstkenner sind ins Schwärmen geraten und halten das Bild, das ursprünglich aus Deutschland stammt und auf Umwegen nach dem Krieg in die USA kam, für eines der schönsten Bilder was Michelangelo jemals gemalt hat. Und eines der teuersten ist es noch dazu. Das Bild „Maria und Jesus“ hat einen Schätzpreis von 300 Millionen Dollar oder 215 Millionen Euro.

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