25
Jan

Andere Länder andere Sitten oder besser gesagt, andere Länder andere Gesetze. In den USA ist eine gängige Praxis, dass Verbrecher unter bestimmten Auflagen das Gefängnis vorzeitig verlassen dürfen. Sie müssen dann unter anderem den Bundesstaat verlassen und dürfen nie wieder zurückkehren. Was allerdings jetzt ein Richter zwei Schwestern zur Auflage für die vorzeitige Entlassung machte, das hat es selbst in den USA noch nicht gegeben. Die beiden Schwestern Jamie und Gladys Scott sitzen seit nunmehr 16 Jahren im Staatsgefängnis von Mississippi eine lebenslange Strafe ab, weil sie einen Raubüberfall gegangen haben. Die 36-jährige Jamie ist schwer krank und von der Dialyse abhängig und diese Behandlung kostet den Staat jedes Jahr rund 200.000 Dollar. Als ihre zwei Jahre ältere Schwester Gladys einen Gnadengesuch bei Gouverneur Haley Barbour einreichte, machte er die Freilassung von Gladys von einer außergewöhnlichen Bedingung abhängig: Gladys muss ihrer schwerkranken Schwester Jamie innerhalb eines Jahres eine Niere spenden, dann kommen beide frei.

Gladys willigte sofort in die Bedingung ein und konnte zusammen mit ihrer Schwester das Gefängnis bereits verlassen. Diese ungewöhnliche Maßnahme ist auf große Kritik gestoßen, denn genau genommen handelt es sich dabei um Organhandel und der ist in den USA verboten. Auch wisse man noch gar nicht, ob die Blutgruppen der beiden Schwestern überhaupt kompatibel sind.

Zusätzlich zur Organspende hat der Richter verfügt, dass Jamie und Gladys Scott den Staat Mississippi sofort verlassen müssen und nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Die beiden Frauen wollen jetzt in Florida bei ihrer Mutter und ihren inzwischen erwachsenen Kindern leben.

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